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Auf den Spuren von Eugène Atget

2AtgetWEBVon 1898 bis 1927 fotografierte Eugène Atget Pariser Straßen, Plätze, Gebäude, Schaufenster, Parks, Händler, eben alles, was er vorfand. Zunächst belieferte er vorwiegend Maler mit Bildmotiven, später dokumentierte er die alten vom Untergang bedrohten Stadtteile systematisch und verkaufte ganze Bildserien an die Historische Bibliothek von Paris. »Ich besitze Paris«, soll er gesagt haben.

Darin wird seine fotografische Haltung deutlich: sachlich beschreibend, frei von Idealisierung, Inszenierung oder gar Romantik. Dass sich einige Surrealisten auf ihn bezogen, beruht daher auf einer naiven Missdeutung der fotografischen Möglichkeiten.
So beruhen überstrahlte oder »verwischte« Bildpartien, harter Kontrast und Vignettierungen auf der damaligen Kamera- und Objektivtechnik, den begrenzten Eigenschaften des Bildmaterials und der ausschließlichen Handarbeit bei den Abzügen (Hochwertige Scans der Glasnegative haben bislang Ungesehenes aufgezeigt!).

Der neutralen Bilddokumentation des Gegebenen kommt heute besondere Bedeutung zu: Seit dem Vordringen der digitalen Fototechnik gehen allen Stadtarchiven zunehmend jene Bildbelege aus, die von den Veränderungen im Stadtbild berichten könnten – obwohl das Bewusstsein für den historischen Wert der aktuellen Verhältnisse gewachsen ist. In der Flut der sofort verfügbaren Pixelmillionen und dem Furor ihrer grenzenlosen Manipulation bekommt das Machbare die Oberhand vor der Zurückhaltung, der einfachen Beschreibung des Hier und Jetzt.
Ein Innehalten ist dringend vonnöten. Was liegt näher, als dies in Paris auf den Spuren von Atget zu beginnen?

In dem 3-tägigen Workshop »Zwischen Faszination und Dokumentation« erkunden deutsche Fotografen Atgets Pariser Viertel, sie dokumentieren die aktuelle Situation im Vergleich mit seinen Aufnahmen. Sie verfeinern ihren Blick und unterziehen sich einer Sehschule, die sie für örtliche Gegebenheiten und Veränderungen ebenso sensibilisiert wie für tages- und jahreszeitliche Einflüsse, für Licht und Wetter. In einer weiteren Ebene geht es um die künstlerische Nutzung der modernen Fototechnik und die Wahrhaftigkeit des fotografischen Dokuments: »Das Dokument ist der Nullzustand des Bildes.« (E. Atget) Die Vorlagen zu den Locations in Paris werden als Abzüge der Glasnegative von Atget durch die BNF (Bibliotèque Nationale de France) zur Verfügung gestellt. 
Bitte beachten Sie, daß Sie viel zu gehen haben werden, und die Ausrüstung mit Stativ wiegt...

Nach Abschluß des Workshops ist eine Ausstellung mit Atgets Originalen und den besten Arbeiten der Workshopteilnehmer geplant. Deshalb richtet sich dieser Workshop an Kamera-sichere Amateurfotografen mit entsprechender Ausrüstung. (Vollformatkamera, evt. Tilt-Shift-Objektiv, absolut stabiles Stativ).

Der Workshoppreis enthält keine Reisekosten, die An- und Abreise organisiert also Jeder für sich! Allerdings organisieren wir nach Anmeldung die Unterbringung in einem zweckmässigen Hotel, welches uns auch als Treffpunkt am Anreisetag dienen wird (vor dem ersten Workshoptag!)  Im Preis enthalten sind die Vorlagenfotos der BNF, die Stativerlaubnis, sowie ein Assistent mit Muttersprache französisch.

Eine Personen- oder Sachbezogene Haftung, gleich welcher Art, bleibt ausgeschlossen. Bei Anmeldung gelten die AGBs als angenommen.

Veranstaltungs Daten

Beginn: 04.08.2017 / 20:00
Ende: 07.08.2017 / 14:00
Anmeldeschluß 18.06.2017 / 00:00
Einzelpreis € 490,00
Ort Paris
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